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Liebe Gemeinde.

03. Dezember 2015 image

Liebe Gemeinde.

Alle reden von Flüchtlingskrise, Grippewelle oder Arbeitslosigkeit. Aber keiner spricht von den deutschen Charts! Die sind ein Drama. Denn eigentlich ist Musik ja was Schönes. Sie kann erfreuen, vermitteln und bewegen. Aber die Musik „Best of 2015“ drückt leider aus, über was lieber geschwiegen worden wäre. 

Ein Jahr der ganz besonders schlichten Beschallung liegt hinter uns. Musiker durften nur noch die Vorlagen für die Djs liefern, die am Laptop dann daraus nen Radiohit machten. Das klingt zwar gestört, ist aber gar nicht geil. Neue, aufstrebende Stars, meist gerade so mit Bartwuchs, beherrschen zwar das Handwerk, aber Idee und vor allem die Seele müssen andere liefern. 

Nie waren so viele gecoverte Tracks in den Top10 wie in diesem Jahr. Besseren Beleg für die Ideenlosigkeit gibt es nicht. Der Sommerhit des Jahres war schon mal vor 33 Jahren da. Erinnert sich niemand? Ain't nobody? Und diese „Cheerleader“ haben kurz bevor sie bei Youtube millionenfach aufgerufen wurden, auch schon mal getanzt. Hatte ebenfalls zuvor ein anderer erfunden. Logo.

Dieses Prinzip geht mir so gar nicht unter meine Haut. Und um hier zu wissen, von was ich schreibe, hab ich es mir richtig gegeben und sogar in das ein oder andere Album der neuen Generation „Stars“ reingehört. Um die Quelle zu ergründen, muss man schließlich auch mal ins Abwasserrohr kriechen. Gefunden hab ich das Prinzip Schlager. Bekannte Melodien, sinnfreie Texte. Andrea Berg 2.0.

Jetzt könnte man ja sagen, man muss sich den Prassel ja nicht anhören, wenn es einem nicht gefällt. Stimmt. Aber diese neue Radiomusik hat es ja auch auf die Tanzflächen geschafft. Noch vor kurzer Zeit wurden Radiohits wenigstens für die Clubs aufgemischt. Einige DJs wunderten sich schon, wer dieser „Edit“ ist, der so viele coole Clubtracks produziert. Darüber wurde noch gelacht, aber es gab wenigstens Club-Edits. Jetzt wird einfach die Radiomusik im Club gespielt. Da geht die Post in meinem Briefkasten mehr ab.

Am Ende tanzen die Leute dann aber sowieso zu Alkohol, anstatt zur Musik. Deutschland hat jahrzehntelang Schlager aus der Konserve ertragen und ist dabei nicht umgekommen. Während sich diese Szene nun offensichtlich etwas erneuert, schwappt die Ideenlosigkeit und der Stumpfsinn in die Clubs und ins Radio über. Gerade innovativ war Massenmusik selten. Aber es gab Zeiten, in denen Künstler mutig sein durften und trotzdem erfolgreich. Eine schöne Erinnerung. 


Das Jahr geht nun zu Ende. Sollte ich vergessen haben, einen der Anwesenden zu beleidigen, so bitte ich um Entschuldigung.

Frohes Fest. Bleibt gesund. „Show me love“, „Supergirl“!

Euer Sebastian / Agent Twist
www.facebook.com/agent.twist



 






Autor: Sebastian Günther

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