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Ratgeber & Service

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Fotos digitalisieren und restaurieren

Bildquelle: Michal Jamoluk

Beim Aufräumen werden immer wieder mal alte Fotos gefunden. Die meisten älteren Fotos sind jedoch schon stark verblasst und verlieren nach und nach ihren Glanz. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der die alten Erinnerungsstücke völlig unbrauchbar sind und entsorgt werden können. Eine gute Möglichkeit, alte Aufnahmen und Dias zu konservieren, ist die Digitalisierung. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, die etwas näher vorgestellt und beschrieben werden sollten.

Fotos selbst einscannen

Auf den ersten Blick erscheint es so, dass es am günstigsten ist, alte Fotos selbst einzuscannen und sie auf diese Weise zu digitalisieren. Fast jeder Besitzer eines PCs hat auch einen Dokumentenscanner, mit dem Farbscans durchgeführt werden können. Allerdings eignen sich die Dokumentenscanner nicht immer besonders gut zum Einscannen von Fotos. Die Qualität reicht in einigen Fällen nicht aus.

Es gibt jedoch spezielle Scanner, mit denen Grafiken aller Art eingescannt werden können. Bei den Objekten kann es sich um folgende Dinge handeln:

• Papierfotos
• Postkarten
• Dias
• Negative

Die Scanner sind zumeist mit speziellen Halterungen versehen. Diese können auf die gängigen Größen der Papierfotos eingestellt werden. Das ist enorm vorteilhaft, weil die Fotos dadurch immer gerade im Scanner liegen und nicht versehentlich verschoben werden können. Zum Einscannen von Dias gibt es ebenfalls spezielle Geräte, in denen auch ganze Magazine auf einmal verarbeitet werden können.

Die Auflösung ist wichtig

Die Auflösung von Fotos wird immer in DPI angegeben, die Abkürzung steht für Dots per Inch. Auf Deutsch heißt es in etwa Punkte pro Zoll. Normale Fotos sollten mit einer Auflösung von mindestens 300 DPI gescannt werden. Zum Scannen von Dias und Negativen ist eine Auflösung von mindestens 1400 DPI erforderlich. Der Grund für die höhere Auflösung ist die geringe Größe der Dias oder der Negative.

Eine zu geringe Auflösung führt dazu, dass die Fotos in voller Bildschirmauflösung nicht mehr schön aussehen. Es besteht zwar die Möglichkeit, fehlende Bildpunkte mit einem Grafikprogramm zu interpolieren, aber das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Jeder, der seine alten Fotos, Dias oder Negative selbst digitalisieren möchte, sollte sich unbedingt einen hochwertigen Fotoscanner anschaffen. Die Geräte kosten ab etwa 750 Euro.

So gelingt die Digitalisierung von Fotos

Es sind immer mehrere Arbeitsschritte erforderlich, um Fotos zu digitalisieren. So kann jeder vorgehen:

• Auswahl
• Reinigen
• Einscannen
• Bearbeiten
• Beschriften
• Archivieren

Bevor mit der Digitalisierung begonnen wird, sollte eine Durchsicht der Fotos erfolgen. In den meisten Fällen ist es so, dass nicht sämtliche Fotos von Bedeutung sind. Manchmal sind es doppelt gemachte Fotografien oder verwackelte Bilder. Es können aber auch Fotos sein, die keine Bedeutung mehr haben. Es ist empfehlenswert, nicht mehr benötigte Fotografien im Voraus auszusortieren.

Im nächsten Schritt werden die Aufnahmen gereinigt. Das gelingt mit einem Pinsel oder mit Druckluft. Bei der Arbeit sollten Handschuhe getragen werden, damit keine Fingerabdrücke zurückbleiben.

Anschließend werden die gesäuberten Aufnahmen eingescannt. In den meisten Fällen ist eine Nachbearbeitung erforderlich. Zum Zuschneiden reicht ein einfaches Programm wie Paint aus. Muss allerdings noch ein nachträglicher Weißabgleich oder eine Farbkorrektur durchgeführt werden, ist schon ein professionelles Grafikprogramm erforderlich. Nach der Bearbeitung erfolgt die Vergabe eines Titels. Zum Schluss muss ein geeigneter Speicherort gefunden werden. Die eingebaute Festplatte des Computers ist eher ungeeignet. Muss irgendwann ein neuer PC angeschafft werden, sind die mühselig digitalisierten Fotos unwiderruflich verloren.

Ein besserer Aufbewahrungsort ist eine externe Festplatte. Diese lässt sich an jedem PC anschließen. Da die externen Festplatten sehr klein sind, können sie auch jederzeit mitgenommen werden, um die Fotos an einem anderen Computer zu betrachten. Noch sicherer ist die Aufbewahrung in einem Onlinespeicher, wie beispielsweise Google Drive oder OneDrive von Microsoft. Von diesen Speicherplätzen aus können die Fotos auch auf mobilen Endgeräten betrachtet werden.

Fotos digitalisieren lassen

Wer sich nicht selbst die Arbeit mit der Digitalisierung machen möchte, kann seine Fotos digitalisieren lassen. In dem Fall werden die alten Aufnahmen, völlig egal welcher Art, zu dem jeweiligen Service gesandt. Dort erfolgt eine professionelle Digitalisierung mit hochwertigen Profi-Scangeräten. Erfahrene Fachkräfte bearbeiten die Aufnahmen mit einer entsprechenden Software nach. Dadurch entstehen erstklassige Aufnahmen vergangener Zeiten in höchster Qualität. Auch beschädigte Fotografien lassen sich mitunter wieder reparieren.

Die Papierfotos oder die Dias werden nach der Digitalisierung wieder zurückgeschickt. Die digitalen Fotos werden zumeist zum Download bereitgestellt, oder auf Wunsch auch auf eine DVD gebrannt. Die Fotos professionell digitalisieren zu lassen, bietet mehrere Vorteile. Beim Versand können zusammengehörende Fotos in einem Kuvert mit entsprechender Beschriftung vorsortiert werden. Darauf kann dann beispielsweise „Der 80. Geburtstag“ oder „Die Silberne Hochzeit“ oder etwas Ähnliches stehen. Aus diesen Vorgaben werden Ordner erstellt, die dann diese Beschriftungen haben.

Jeder, der über eine ausreichende Zeit verfügt, kann die Digitalisierung alter Aufnahmen selbst durchführen. Es ist lediglich erforderlich, einen hochwertigen Fotoscanner anzuschaffen. Eine solche Investition lohnt sich jedoch nur dann, wenn eine große Menge alter Fotos digitalisiert werden soll. Wer nicht so viel Geld investieren möchte und auch nicht die erforderliche Zeit zur Verfügung hat, sollte seine Aufnahmen lieber professionell digitalisieren lassen.

News von: Jakob Baumgärtel, 19.05.2020

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