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Ratgeber & Service

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Der Einstieg in die Börse

Bildquelle: Gerd Altmann

Wer spart, verliert Geld. Sparbuch, Lebensversicherungen und ähnliche andere Formen der Geldanlage erwirtschaften keinen Ertrag. Im Gegenteil: Durch die Differenz zur Inflationsrate reduziert sich der reale Wert. Ein Ausweg können Immobilien, Gold und Wertpapiere sein. Speziell eine Anlage an der Börse erscheint attraktiv.

Das gilt insbesondere jetzt während der Corona-Pandemie. Denn die Kurse sind extrem gefallen. Zwar ist nicht sicher, ob es noch etwas runtergehen kann. Aber in der Tendenz erwarten die meisten Experten auch bei einer steigenden Anzahl von Pleiten und der folgenden gesamtwirtschaftlichen Verwerfung nach der Pandemie stark steigende Kursverläufe. Wer jetzt investiert, geht kurzfristig ein gewisses Risiko ein, dass die Kurse noch etwas sinken können. Mittelfristig wird sich die Investition jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit durch die schon jetzt besonders niedrigen Kurse lohnen.

Chancen an der Böse gezielt nutzen

Der Dax ist in den letzten zehn Jahren (Stichtag: jeweils Ende Januar 2010 und 2020) von 5.600 auf knapp 13.000 Punkte gestiegen. Selbst vor dem Hintergrund der Immobilienpreisentwicklung sind die damit verbundenen Wertsteigerungen ein klares Argument für die Börse – auch in Krisenzeiten. Allerdings tappen speziell Anfänger schnell in die Einzelwertfalle. Denn der Dax bildet einen Index ab, die Einzelwerte können sich ganz anders entwickeln. Während eine Aktie vielleicht mehr Kursgewinn erzielt hat, kann eine andere total gefloppt sein. Hier ist Sachkenntnis gefragt. Oder Risikominimierung. Beides führt zu ruhigem Schlaf und potenziell sehr großen Renditen. Die Corona-Pandemie ist ein gutes Beispiel: Aktuell ist es schwer, auf Einzelwerte zu setzen. Zu viele Branchen können noch in Schwierigkeiten kommen. Aber nach der Krise wird es an den Börsen tendenziell sehr wahrscheinlich wieder aufwärts gehen. Es wird zu einem Nachholeffekt bei wieder anlaufender Wirtschaft kommen.

An die Börse: Klein beginnen und dann vortasten

Der beste Ratschlag an Einsteiger: Langsam anfangen. Kleine Summen anlegen. Fonds und Sparpläne nutzen. Das ist der Weg, um nach und nach in das Thema hineinzuwachsen und zugleich das Risiko zu minimieren.

Depot eröffnen

Zuerst benötigen Anleger ein Depot. Da es anfangs nur um eine geringfügige Investition geht, sollten diese bei der Auswahl auf die Kostenstruktur achten. Die Hausbanken sind teuer. Eine bessere Wahl sind Direktbanken oder Online-Broker. Diese Anbieter bestechen durch ein kostenloses Depot, geringe Tradinggebühren und – was gleich noch wichtig wird – kostenlose Sparplanangebote. Wenn mal Not am Mann ist, lässt sich später das Depot zudem beleihen. Broker wie Flatex machen hier teilweise gute Kreditangebote mit akzeptablen Zinsen.

Fonds statt Aktien

Wer ein Depot eröffnet hat, sollte sich dann um seine ersten Anlagen kümmern. Hier sind Fonds zu empfehlen. Speziell die ETF-Fonds. Dabei handelt es sich um automatisch generierte Fonds, die das investierte Kapital in Aktien anlegen, sodass ein Index so exakt wie möglich nachgebildet wird. Der Vorteil: Statt auf die derzeit besonders unsicheren Einzelwerte schauen zu müssen, suchen sich die Neuinvestoren einen Index aus und profitieren von der Gesamtentwicklung aller darin befindlichen Aktien. Der amerikanische S&P500, der Nasdaq, der MSCI World Index oder der EuroStoxx sowie der deutsche DAX bieten sehr gute Chancen. Wer etwas Erfahrung gesammelt hat, kann sich mit Dividenden-, Segment- und Branchenfonds beschäftigen. Aktuell sind die Biotech- und Medizinausrüster-Branche, aber auch die Technologiewerte interessant. Der Vorteil von Fonds ist generell, dass eine Streuung des Risikos sattfindet. Bei ETFs kommt hinzu, dass die Verwaltungsgebühren durch die automatisierte Anlage äußerst gering sind. Kurz: Die Rendite steigt.

Sparplan statt Direktanlage

Es gibt bei einigen Fonds und fast allen ETFs einen weiteren wichtigen Vorteil: Sie sind sparplanfähig. Das bedeutet: Der Anleger kauft regelmäßig für einen bestimmten Betrag Anteile am Fonds. Die meisten Direktbanken und Online-Broker ermöglichen eine gebührenfreie Anlage von monatlichen Beträgen ab 25 oder 50 Euro. Der Sparplan hat neben den wegfallenden Tradinggebühren viele Vorteile: Zum einen lässt sich so langfristig mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen. Zum anderen flacht das Risiko weiter ab. Denn bei hohen Kursen gibt es für den festgelegten Betrag weniger Anteile, bei niedrigen Kursen jedoch mehr. Bei gegenläufiger Kursentwicklung sinkt dann das Verlustpotenzial, die Gewinnchance steigt. Selbst nach starken Kursverlusten wie aktuell erreicht ein Sparplan häufig schneller wieder die Gewinnzone. Daher ist ein Sparplan auf ETFs speziell für Einsteiger eine vergleichsweise risikoarme Investition, die dennoch eine beachtliche Rendite verspricht. Da Anleger nur eine kleine Summe im Monat anlegen müssen, ist diese Form der Vermögensbildung sogar für Personen mit sehr niedrigen Einkommen nutzbar. Wer mehr übrig hat, kann entsprechend aufstocken oder mehrere Sparpläne nutzen.

Kompetenz aufbauen und Einzelwerte nutzen

Sparpläne und Fonds sind einsteigerfreundlich. Wer die Rendite steigern möchte und etwas risikofreudiger ist, kann zusätzlich Aktienpakete erwerben. Anfangs sind Wertpapiere aus dem DAX oder Dow Jones interessant, später können kleinere Titel hinzukommen. Wichtig ist jedoch: Jede Aktie muss der Anleger auf Herz und Nieren prüfen und immer wieder kontrollieren. Wer sich in das Thema einliest und Meinungen einholt, kann durch kluge Investitionen jedoch die Rendite steigern. Alle anderen sollten weiter auf Fonds und Sparpläne setzten. Gar nichts zu tun und das Geld auf dem Konto zu belassen, ist jedoch angesichts der drohenden Minuszinsen und des Wertverlustes durch Inflationsentwicklung keine Option. Speziell jetzt lohnt sich trotz des kurzfristigen Risikos die Anlage.

News von: Jakob Baumgärtel, 30.03.2020

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