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Schandfleck oder Herzstück Regensburgs?

Unser Peterskirchlein und seine Umgebung haben wahrlich mehr verdient

Foto © Johannes S. M. Anema

Es hat doch einen klasse Namen – das Peterskirchlein. So niedlich. Auch darum liegt es uns am Herzen.




Viel wesentlicher: In diesem Areal schwebt die Seele des großen Wissenschaftlers Johannes Kepler. Das Peterskirchlein – außerhalb der historischen Stadtmauern gelegen – steht auf einer Fläche, die auch Symbol ist für ein neues Regensburg sein kann. Hier könnte man frei gestalten, abseits von Zwängen des Weltkulturerbes. Das Gebäude im Klassizismus gebaut, steht schon von daher für eine „modernere“ Sicht als die barocken Kirchen, die über und über ausgeschmückt sind. Klassizismus steht für die Sehnsucht nach natürlichem „Dasein“.

Oh, welch schöne Begriffe: Klasse wäre es, wenn das Peterskirchkein in seiner natürlichen Schönheit dastehen dürfte. Natur ist darum gegeben… Und der Freigeist Keplers hinzu! Machen wir doch etwas daraus aus diesem chancenreichen Ort.






Aber schaut mal hin: Fixer-Spritzen und Kot.
Warum in Herrgottsnamen kann man nicht erstmal Dixie-Klos oder ein Pissoir aufstellen, wenn sich der Drang der Notdurft bei manchen Menschen ausgerechnet hier rührt? Eine Beleidigung für diesen Platz und für die Kirche. Wie man die Notdürftigen dazu führen kann, sich hier nicht mehr zu betätigen, ist gewiss ein großes soziales Problem, dem sich die Stadt stellen muss. Aber angefangen werden muss mit der Problemlösung.





Was haben wir von port01 schon alles über das Peterskirchlein geschrieben und träumten 2018 von einem Kultur- & Begegnungsort. Das ist DER geeignete Platz, um die Vielfalt der Kulturen darzustellen. Wozu sind wir Weltkulturerbe, um nicht den Freigeist Regensburgs darzustellen?





Derweilen geht es in der Nachbarschaft mit dem Untergang weiter. Am Ernst-Reuter-Platz hat es Wumm gemacht. Das Wirsing-Gebäude ist gesprengt. Schade! port01 hatte schon lange Vorschläge gemacht, das Gebäude umzugestalten und zu einem modernen Wahrzeichen der Stadt zu machen. Christine Schimpfermann vom städtischen Planungs- und Baureferat zeigt einen anderen Blick auf: Jetzt ist Platz ist für den Interimsbahnhof und es können zum Jahreswechsel Wettbewerbe zur Neugestaltung rund um das Peterskirchkein geschehen.





Trotzdem trauern einige um das Wirsing-Gebäude. Reinhard Kellner, Vorsitzender der Regensburger Sozialen Initiativen e.V.: hätte sich in seiner „Grabrede“ zum Hochhaus nicht als einziger ein „Recyceln“ des Gebäudes nach dem Vorbild Münchner Stadtpolitik gewünscht.

Wegreißen ist die eine Möglichkeit. Dinge zu retten, die zur Stadt gehören, eine andere. Wenn es schon nicht mit dem Wirsing-Gebäude geklappt hat, dann aber bitte mit dem Peterskirchlein: Schenken wir ihm wieder seine Klasse zurück. Die Idee sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Zentral in Regensburg können wir unsere große Historie, die uns Kepler geschenkt hat, mit der Zukunft verbinden. Lasst uns Kultur austragen. Auch in dem Sinne, dass wir die Niedersten unserer Gesellschaft dazu bewegen, wieder mehr Liebe und Eigenverantwortung zu ihrem Leben zu finden. Dazu muss es äußerlich sauber werden, dann können die Gedanken der Humanität, der Freiheit der Religionen, des Respekts zu jedem Menschen wieder rein sein. Das Peterskirchlein als Ort der Begegnung der Kulturen und Religionen: Mehr als eine Abbildung von Regensburg gestern und morgen, sondern ein „Gottesacker“ für den Freigeist der Weltkulturstadt Regensburg.
 

News von: _red, 22.09.2020

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