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NEWS - Überregional

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Deutschland erstmals beim Junior ESC

Live heute aus Warschau

Svea Pietschmann

Bereits zum 18. Mal findet der Juniorvision Song Contest statt. Erstmals ist eine Teilnehmerin dabei, die Deutschland vertritt. Wegen der Einschränkungen, die Corona auferlegt, wird die Veranstaltung zwar nicht live-live stattfinden können, per Zuschalten sind dennoch alle Teilnehmer dabei und die Zuschauer können um die 13 Teilnehmer*innen voten.

Dass es in unserem Jahrzehnt noch ein echtes Novum geben kann, das ist kaum vorstellbar. Doch heute Abend wird es wahr: Zum ersten Mal wird eine deutsche junge Sängerin am Junior Eurovision Song Contest teilnehmen.

Und da beginnen schon die Neuigkeiten: Wohl kaum einer wusste, dass es überhaupt einen Junior ESC (Eurovision Song Contest) gibt – eben weil bisher Deutschland noch nicht vertreten war. 

Es ist die 13jährige Susan aus Berlin, die mit einer Ballade antreten wird. Levent Geiger hat sie komponiert und will damit die Themen ansprechen, die ihn im Jahr 2020 besonders bewegen. Da geht es genauso um die Umweltproblematik wie um coronabedingte Einsamkeit. Dabei sei es für den 17jährigen die größte Herausforderung gewesen, dass er nicht wusste, für wen und welche Stimme er den Song schreibe. 



Susan und Levent beim Studieren des Songs "Stronger with you". 
Foto: Jonathan Gaubatz

Für die Teilnahme am Junior ESC hatten sich an die 70 junge Talente vornehmlich in der Altersgruppe 12 bis 14 beworben; wie oft in Castingshows seien es auch hier die Mädchen in der Überzahl gewesen. Über das mehrstufige Auswahlverfahren hat es die in Berlin lebende Susan geschafft. Vor allem in der letzten Runde, in der sie noch gegen vier weitere Kandidaten antreten musste, überzeugte sie die Jury, die allesamt bereits seit etlichen Jahren im Musikbusiness tätig sind. 
Die professionelle Jury setzte sich zusammen aus Max Mutzke, Michele Huesmann, Martin Haas und Levent Geiger, dessen Stimme maßgebliches Gewicht hatte, als es darum ging, wer seinen Song präsentieren dürfe. 

Austragungsort des 18. Junior ESC ist Warschau. Die Show wird am heutigen Sonntag vom polnischen Sender TVP ausgestrahlt und live ab 17 Uhr von NDR bei KiKa, kika.de und eurovision.de übertragen. 
 

Im Interview mit Astrid Plenk, Programmgeschäftsführerin des Kinderkanal von ARD und ZDF:

Warum hat es 17 Jahre gedauert, bis es eine deutsche Teilnahme am Junior ESC gibt?
Wir haben von Beginn an das Format verfolgt und im letzten Jahr konnten wir deutliche Verbesserungen sehen, die das Format auch für eine deutsche Teilnahme interessant machen.

Welche Konditionen mussten denn gegeben sein, damit Deutschland mitgeht? Was hat sich verändert?
Dass der Contest im November stattfindet, passt sehr gut, und vor allem die Zeit, zu der das Event angesetzt ist, ermöglicht es uns nun, die Veranstaltung auch live auf Kika zu übertragen und damit die entscheidende Zielgruppe teilhaben und teilnehmen zu lassen. 

Was war zuerst da: der Song oder die Sängerin?
Das war tatsächlich der Song. Levent Geiger hat ihn im Rahmen des ZDF-Songwriting-Wettbewerb „Dein Song“ komponiert. 

Nun nimmt zwar Deutschland erstmals teil, aber das ausgerechnet im Corona-Jahr – was hat sich deswegen an der ursprünglichen Planung, am Ablauf der Sendung geändert?
Normalerweise ist der Junior ESC genau wie der „große“ ESC ein Feuerwerk vor Ort, wo die Künstler gemeinsam feiern und das Publikum mitgeht und die Atmosphäre für alle Beteiligten unglaublich sprühend und lebendig ist. Es ist immer ein besonderes Ereignis, wenn so viele verschiedene Nationalitäten an einem Ort zusammen kommen, um Musik gemeinsam über Ländergrenzen hinweg zu transportieren und die Freude daran zu teilen. Coronabedingt werden sich nun die Sänger und Sängerinnen nicht persönlich treffen können, sondern alle Teilnehmer werden per Zuschaltungen zu sehen sein. Das verändert natürlich sehr die gesamte Atmosphäre, lässt sich aber unter den gegebenen Umständen nicht ändern. Der Song von Susan wurde also vorproduziert und wird dann heute eingespielt. 

Mit in diesem Jahr 13 Teilnehmer*innen hat die Show noch die Chance gewaltig zu wachsen … 
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Teilnehmerzahl immer wieder stark variiert. Mit den zahlreichen europäischen Ländern ist sicher noch viel Potenzial gegeben, was ein Wachstum zulässt. 
 

News von: Gabrielle Pinkert, 29.11.2020

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