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NEWS - Überregional

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Interview mit Jürgen Schulz

Geschäftsführer von ELC Schulz Gebäudetechnik in Dortmund

Lieber Jürgen Schulz, auf der neuen Homepage beschreiben Sie Ihre Firma als „familiengeführten Handwerksbetrieb“. Wirkt fast wie ein Understatement, wenn es in den Referenzen um Logistikzentren und Parkhäuser bundesweit geht. In drei Sätzen für uns Dortmunder: Was macht ELC Schulz an Gebäudetechnik?

Hallo Herr Nagy, zuerst einmal vielen Dank für die Möglichkeit uns als Handwerksunternehmen vorzustellen. Wir sind ein Familien geführtes Elektrounternehmen, dass sich überwiegend mit Installationen im Bereich LED Beleuchtung, Netzwerktechnik, Elektrotechnik allgemein, UVC Lösungen für die Bekämpfung von Corona und ähnlich ansteckende Viren, Photovoltaik Anlagen, Elektro Auto Ladestationen befasst. Die beiden letzteren Sparten befinden sich im Aufbau und hier suchen wir Mitarbeiter, die sich gerne weiterbilden möchten. Hier werden wir, wie in allen anderen Bereichen, unseren Mitarbeitern eine interessante Aus- bzw. Weiterbildung ermöglichen. Wir arbeiten regional und überregional. Im Bereich Beleuchtung haben wir uns als Spezialisten einen Namen gemacht. Wir bekommen Aufträge von der Industrie, über Architekten, Planern, Filialisten, Speditionen, bis hin zu Herstellern der Beleuchtung. Wir helfen bei der Planung und Umsetzung bei laufendem Betrieb. Unsere Größen sind hier von 100m² bis hin zu 55.000m² Flächen. Im Bereich Netzwerktechnik werden wir mittlerweile so gut gebucht, dass wir dieses Geschäft ausbauen werden. In Abstimmung mit den Auftraggebern, verlegen wir die Datenkabel und schließen diese in den Netzwerkschränken und in allen End/Feldgeräten an. Darüber hinaus bearbeiten wir derzeit ein Ein- und ein 3 Familienhaus. Wir machen diese smart. Das alles ist nur möglich, wenn die Mitarbeiter sich mit dem Betrieb identifizieren. Darauf bin ich stolz. DANKE an alle Mitarbeiter. Besonderer Dank gilt auch meiner Familie.
 
 

Wenn wir gemeinsam auf Ihre Auftragslage und Kundschaft vor und jetzt bei Corona schauen, wie gravierend sind die Unterschiede?

Das war die größte Herausforderung. Vor Corona hatten wir eine vertraglich abgesicherte Jahresplanung der Aufträge von 90%. Während Corona ist die Auftragslage in 2020 auf 60% gesunken. Das hat auch damit zu tun, dass der größte Teil unserer Kunden im direkten Endkundengeschäft B 2 C tätig ist und niemand Einkünfte hatte, da alles geschlossen war. Daher wollten die meisten, und das ist verständlich, nicht mehr investieren. In 2021 konnten wir konnten wir einige große Neukunden gewinnen. Die Auftragslage ist wieder vorsichtig gesagt, als normal zu bezeichnen.
 
 
 
Sie in Person und Ihr Betrieb sind fest verbunden mit Dortmund. Welche Stärken eines Wirtschaftsstandortes sehen Sie in der Stadt?

Als Dortmunder Junge bin ich nach wie vor in „meine“ Stadt verliebt. Wenn man die Veränderung der letzten Jahre, im positiven Sinne sieht, weiß man wohin die Reise noch gehen kann. Mit Thomas Westphal haben wir einen neuen starken Mann, der mit seinem Team noch viele Dinge anschieben wird. Ein Lob für unsere Wirtschaftsförderung. Die Mädels und Jungs nehmen sich viel Zeit. Gerade auch während Pandemie Zeiten. Dieses Lob hat sich auch die IHK verdient. Stefan Schreiber ist auch hier ein Treiber von neuen Ideen. Dortmund wird sich als Dienstleistungsstandort weiter entwickeln. Hier kann ich gar nicht so viele Namen von erfolgreichen Dortmunder Unternehmen nennen. Es gibt so viele. Ich bin positiv gestimmt, was die Zukunft Dortmunds angeht.
 
 
 
Als wir das erste Mal miteinander ins Gespräch kamen, ging es um die Neuaufstellung traditioneller Betriebe. Internet-Auftritt, Facebook, LinkedIn - was ist in den letzten zwei Jahren bei Ihnen passiert?

 Was dieses Thema angeht, war ich der, der angelernt werden musste. Meine Tochter und ich waren auf einer Dortmunder Handwerksmesse. Hier hat mir meine Tochter Lara die Augen geöffnet. Direkt zum Anfang der Corona Pandemie, die keiner einzuschätzen wusste, haben wir das Motto ausgegeben, dass wir uns noch weiter digitalisieren. Wir haben mittlerweile eine neue Homepage, eine Marke, social media Aktivitäten (im Anfangsstadium), und ich, was mir kaum einer glaubt…..knapp 800 hochkarätige LinkedIn Kontakte. 
 
 
 
Auch mit Blick auf die ganze Branche: Wie schwierig ist es für traditionelle Anbieter oder Dienstleister digital unterwegs zu sein? Was hat Ihnen geholfen, was waren und sind die größten Hindernisse?

Hier kann ich nur für unser Handwerk sprechen. Geholfen hat uns, dass wir die Gespräche suchten. Aus allem etwas individuelles abgeleitet haben. Die größten Hindernisse waren und sind. Es gibt nicht die eine Lösung. Es sind Mosaik Steine, die man zu einem Bild formen muss. Das ist mühsam und Fehler sind erlaubt. Ich habe das Gefühl, dass das Handwerk hier etwas vernachlässigt wird. Als Hindernis sehe ich auch die Art der Kommunikation. Hier das Handwerk und dort die IT Spezialisten. Das sind anfangs noch unterschiedliche Sprachen. 
 
 
 
„Ich brauche kein Marketing, ich stehe jeden Tag im Geschäft.“ Was sagen Sie Kollegen, die noch dem alten Unternehmerspruch (nach Zino Davidoff) nachhängen? 

Hier fehlt noch “mein Netzwerk ist doch gut und meine Kunden sind zufrieden“. Das könnte von mir sein. Ich kann nur jedem raten, sich selbst und sein Konzept kritisch zu hinterfragen. Das ist der erste Schritt. Der nächste ist umso schwerer. Wenn man keine Ahnung hat, was heute alles möglich ist, sucht man ohne individuelle Antworten zu finden. Das ist bei dem ganzen Tagesgeschäft extrem schwer. Aber hier gibt es unterschiedliche Hilfen. Ein guter Ansatz ist in unserer Branche die Elektro Innung. Empfehlen kann ich zum Beispiel die Wirtschaftsförderung. Die haben ein gutes Netzwerk und wissen um Fördertöpfe. Die haben wir auch in Anspruch genommen. Es gibt auch einige IT Spezialisten aus Dortmund, die helfen können. Externe Hilfe ist in einigen Bereichen unerlässlich. Kurzum…..ihr müsst etwas tun. Wie viel oder wie wenig, muss jeder selbst entscheiden.
 
 

Spätestens Im Jahre 2027 geht ELC Schulz an die nächste Generation Ihrer Familie. Welche Fähigkeiten zeichnet den Geschäftsführer der Zukunft nach Ihren Erfahrungen und mit Blick auf die Pandemie als Krise aus?

Zuerst einmal die fachliche Kernkompetenz unseres Geschäftes. Das Unternehmen muss weiter innovativ und verantwortlich geführt werden. Die Herausforderungen sind und bleiben anspruchsvoll. Ich hoffe, dass alle den Mut und das glückliche Händchen entwickeln, die zum Teil extremen Herausforderungen zu meistern. Damit ist die Grundlage gesichert, unseren Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz zu bieten.  
 
 
 
Jürgen Schulz, wir danken für das Interview und wünschen Ihnen und Ihrem Familienbetrieb den weiterhin besten Weg durch die nächsten (Geschäfts-)Jahre! 

Vielen Dank dafür. Auch Ihnen, Ihren Lesern und allen Familien alles Gute!

 

News von: Daniel Nagy, 15.07.2021

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