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The Social Network - Realität oder Facebook?

07. Oktober 2010 image

The Social Network - Realität oder Facebook?

Wenn am 7. Oktober ein Film anläuft, der von der Erfindung Facebooks und dem rasanten Aufstieg von Schöpfer Mark Zuckerberg erzählt, dann weckt das gemischte Gefühle. Wenn man sich andererseits vor Augen hält, dass David Fincher (»Sieben«, »Fight Club«) diesen Film gedreht hat, wenn man ungefähr weiß, welche Geschichte er erzählt und wenn man bedenkt, wie oft wir mit 500 Millionen anderen Nutzern täglich diese Seite anklicken, dann weckt das Interesse.

Mark Zuckerberg, ein Ausnahmetalent in Sachen Programmierung, studiert 2004 an der Harvard Universität, als er mit seiner Arbeit an www.thefacebook. com beginnt. Mit seinem Kollegen Eduardo Saverin setzt er eine Idee um, die mit wachsendem Erfolg Neider und Ankläger auf den Plan ruft. Der Film erzählt das Verfahren zwischen ihm und dem Zwillingsbrüderpaar Winkelvoss, die ihm Ideenklau vorwerfen, sowie seinem besten Freund Saverin, den Zuckerberg hintergangen und dessen finanziellen Anteil an Facebook er auf ein Minimum reduzierte – immer noch ein 9-stelliger Betrag. Die Geschichte trug sich tatsächlich so zu, doch letztlich bleibt es ein Spielfilm.

Der Film beschreibt ein gesellschaftliches Ereignis, aber wäre es noch ein guter Film, wenn er vom Macher von StudiVZ handeln würde? David Finchers Film wirkt ungewöhnlich, vergleicht man ihn mit seinen bisherigen, zuletzt »Benjamin Button«. Auf der Vorlage des Romans »The Acciddental Billionaires« hat Fincher einen Schauspielerfilm gedreht, der auf Special Effects verzichten kann und setzt alles auf die Dialoge zwischen den Protagonisten. Finchers technische, stilisierte, mit Musik donnernden Bilder sind nur kurzweilige Momente. Er lässt die Figuren ihre Konflikte verbal austragen, oder salopp gesagt, er lässt sie ununterbrochen labern. Was bei dem hohen Redetempo ideenreicher Uni-Studenten anfangs anstrengend wirkt, ergibt bald einen Sinn.  Kommunikation ist das Thema des Films und je größer Facebook darin wird, desto mehr wachsen die Missverständnisse zwischen den Figuren. Trotz ihrer Erfindung fehlt ihnen ein Weg zu  Verständigung. Mark Zuckerberg hat etwas programmiert, wofür wir in der Realität immer noch bemüht sind, einen gesunden Umgang zu finden.

Der amerikanische Traum lebt und das mehr denn je. Seit Bill Gates scheint die amerikanische Filmindustrie nach einem amerikanischen Helden zu suchen. Jetzt war sie erfolgreich. Wäre die Geschichte rein fiktiv, wir würden sie als Klischee abtun. Das macht den Film streitbar, denn er verwischt die Grenzen zur Realität, was ihn ebenso streitbar macht wie Facebook selbst. Mein Resumée: Anschauen und streiten.

Autor: Sven Jungnickel

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