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The Road - Zombiefilm ohne Zombies

07. Oktober 2010 image

The Road - Zombiefilm ohne Zombies

»The Road« macht Angst, aber ist nicht einfach ein Horrorfilm. »The Road« handelt von Vater und Sohn, aber ist wirklich kein Familienfilm. »The Road« ist ein Endzeitfilm, aber es gibt keinen einzigen Zombie. Wie bezeichnet man einen Film, der von der ersten bis zu letzten Minute einfach unangenehm spannend ist?

Es gibt keine Namen. Ein Mann zieht mit seinem Sohn durch Amerika, das als solches nicht mehr wieder zu erkennen ist: Die Wälder sind verbrannt, die Städte sind Ruinen und auf dem schlammigen kargen Boden wächst nichts mehr. Es ist Herbst und die Welt ist braun, kalt und nass. Etwas ist geschehen, eine Apokalypse hat Vater und Kind allein auf der Suche nach Nahrung und im Kampf ums Überleben zurückgelassen. Sie laufen nach Süden, weil sie einen weiteren Winter nicht überleben würden. Jeder Mensch, dem sie begegnen, könnte ihnen helfen oder aber sie verspeisen, denn Pflanzen und Tiere gibt es nicht mehr. Jedes Haus könnte einige Reste Essen oder ein Bett für eine Nacht bergen, oder Leute, die von der Not dazu getrieben werden unmenschliche Dinge zu tun.

Viggo Mortensen (»Der Herr der Ringe«, »A history of violence«) spielt die Hauptrolle in diesem Kammerspiel, dessen Kulisse eine trostlose Einöde ist, bestehend aus abgebrannten Wäldern  und Matsch an einem ewig bedeckten verregneten Tag. So wie man nicht weiß, wie die Namen von ihm und seinem von Kodi Smit-McPhee gespielten Sohn sind, so wird der Zuschauer auch im  unklaren darüber gelassen, was mit der Welt passiert ist. Immer wieder sieht man nur Feuer, dass die beiden bedroht. Die Frage, wo die Ehefrau und Mutter (Charlize Theron) ist, wird in Rückblenden beantwortet, welche den Film immer wieder hart durchschneiden. Die Idylle, wie es sie damals noch gab, lässt die Gegenwart umso härter erscheinen. Gekleidet in alte Jacken, zerrissene Schuhe und seit Wochen ohne Dusche, schleppen sie sich voran. Der Dreck, die Langsamkeit, das »Nicht-wissen-was« hüllt den Film in pure Beklemmung. Bedingungslos lässt Regisseur Jon Hilcoat den Zuschauer durch die Erfahrung seiner Figuren gehen. Er verweigert die sonst üblichen auflockernden Momente fast gänzlich. Wenn Vater und Sohn etwas essen, fällt es schwer der Situation zu vertrauen, denn die Gefahr zieht sich durch alle Bilder hindurch.

Diese Kraft des Film kann erdrücken, aber dass der Film es schafft, sie in dieser Intensität zu erzeugen, ist bemerkenswert. Die Schauspieler sind herausragend und machen den Film zu einem furchtbar guten Erlebnis, bei dem man froh ist, wenn es endet. Sollte es den Begriff Familien-Endzeit-Katastrophen- Horror-Film noch nicht geben, dann ist er hiermit erfunden.

Autor: Sven Jungnickel

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