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Liebe Gemeinde.

05. Mai 2018 image

Liebe Gemeinde.

Ab und zu könnte die Realität mal ein Snickers vertragen. Vor allem in den letzten Wochen, als die deutsche Musikbranche das Echo des Echos nicht vertragen hat. Denn wie es so mit Echos ist. Sie kommen zurück. Diesmal mehrfach.

Und warum? Weil plötzlich immer mehr Musiker auch deutsche Texte machen, und immer mehr Zuhörer jetzt auch mal was davon verstehen. Keine Frage, wer flapsig über Auschwitz-Opfer textet, ist wohl eher niveauflexibel. Anders gesagt: Bei Rappern wie Kollegah und Co ist es ganz klar so, dass über deren Niveau noch eine Kellerwohnung frei ist. Aber ich fürchte, das ist nun mal der Gegenstand dieser Musik. Und das schon immer. Texte so sinnvoll wie Kacke am Schuh. Hauptsache sie provozieren und überschreiten Grenzen, nur so schaffen sie es in die Wahrnehmung. Die Benannten haben ganz klar über das Ziel hinaus geschossen. Aber eins steht doch fest. Diese Evolutionsbremsen meinen das nicht ernst. Es ist ein Stilmittel. Geistlos, aber auch inhaltslos. Ein Segel ohne Wind. Hülsen. Eine Zeile Auschwitz, die nächste Kugelblitz. Da geht es um nix. Hauptsache es reimt sich und dropt den Beat.

 

Die Debatte, die dann kam, war aber ernst gemeint. Und dadurch viel schlimmer. Sie lief in etwa so: Leute wie die Geissens lassen sich über Leute wie Kollegah und Konsorten aus, dass wiederum Leute wie Bushido anfingen, denen rechte Hetze zu unterstellen. Was ist nur aus dem Land der Dichter und Denker geworden? Wann äußert sich endlich Lothar Matthäus dazu. Oder die Wollnys? Wer im Glashaus sitzt, sollte bitte im Keller scheißen.

 

Im Grunde haben wir noch Glück, in anderen Ländern regieren solche Leute. Aber diese Debatte nutzt keiner Musikindustrie. Aufschrei der „Anständigen“ über die Verrohung der Jungendkultur gibt es seit Menschengedenken. Und trotzdem werden aus den Jugendlichen Erwachsene. Mit Jobs, Verantwortung und neuen Kindern, die sich wieder Schrott anhören. Vor 20 Jahren wurden Ballerspiele verteufelt. Aggressive, menschliche Killer würden sie erzeugen. Ich raste schon bei Tetris aus. Töte aber trotzdem niemanden.

 

Alte geben gerne gute Ratschläge, um sich zu trösten, dass sie nicht mehr imstande sind, schlechte Beispiele abzugeben. Massentaugliche Jugendkultur war schon immer inhaltlich umstritten. Aber das ist wie ne Tür, da muss man durch. Übersetzt mal paar Texte amerikanischer Rapper. Zu „Niggas in Paris“ hotten jedes Wochenende etliche Jugendliche auf den Tanzflächen ab. Um deren Zukunft mach' ich mir trotzdem keine Gedanken. Im Gegenteil: Schau ich mir die genauer an, ist der einzige Ungehorsam den ich feststellen kann, dass sie bei hochgeklappter Jeans knöchelfrei überwintert haben.

 

 

Schönen Mai Euch.

Sebastian / Agent Twist

Autor: Sebastian Günther (Agent Twist)

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