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Liebe Gemeinde...

01. Januar 2018 image

Liebe Gemeinde...

Da ist er wieder vorbei, der Weihnachtszauber. In den meisten Fällen sah dieser Zauber so aus: Essen im Mund verschwinden und auf den Hüften wieder auftauchen lassen.

Weihnachten ist pure Völlerei. Und wie vermessen wir uns vollstopfen, sieht man schon an den Preisen für Fleisch. Eine Ente kostet im Supermarkt 4,80 Euro. Eine ganze Ente. Zwei Kilo. Das Tier hat ein Leben hinter sich gebracht. Wurde geboren, gefüttert, geschlachtet. Und ist am Ende keine 5 Euro wert! Für ein bisschen Fleisch nehmen wir einer Seele seine Lebenszeit, in der es mal kurz zufrieden sein sollte, und das ist uns so viel wert wie ein Kaffee bei Starbucks.
Ich bin jetzt kein Vegetarier. Was sollte ich dann auch zu Weihnachten essen. Den Baum?! Aber auch mir als Fleisch-Esser wird deutlich, dass langsam eine Grenze unserer Maßlosigkeit überschritten wird. Es ist ja nicht so, dass wir unser Geld in ein edles Feinkost-Gewölbe unter dem Kinn investieren. Im Gegenteil. Ein Schlachtberg ist das. Ein Massengrab. Und unsere dekadente Lebensart, für kleinste Preise überall Fleisch essen zu können, wird auf dem (Reh)Rücken anderer ausgetragen. Dabei haben Tiere so einiges, was man beim Menschen oft vergebens sucht. Treue, Dankbarkeit, Charakter.
Gut, den Charakter einer Weihnachtsente muss ich nicht kennen. Aber wenn sie bei Aldi am Ende keine 5 Euro kostet, hatte sie offenbar wenig Zeit, überhaupt einen zu prägen. Und wenn ich auf dem Weihnachtsmarkt eine Bratwurst esse, gebe ich gern einen Euro mehr aus, wenn ich dafür weiß, dass sie eine gute Kindheit hatte.
Überhaupt ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier kritisch. Bei Facebook würde man sagen „es ist kompliziert“. Wenn es zum Beispiel gerade Mode ist, muss ein schmaler Streifen Pelz an den Rand der Kapuze. Der wärmt so effektiv wie eine Badehose im Wasser. Bestimmt sind in Löbtau schon Menschen erfroren, weil sie kein Fell an der Kapuze hatten. Aber echten Pelz tragen nur schöne Tiere oder hässliche Menschen. Und guter Kunstpelz ist inzwischen teurer als Tier. Oder anders: Tier ist inzwischen billiger. Hängen wir uns also einen Marder in den Nacken. Kommt der aus China, sind es Hunde und andere Tiere. Wenn dort der Meister zum Azubi sagt, „heute üben wir mal Pony schneiden“, ist das kein Friseur. Getarnt als Kunstpelz kommt das millionenfach auf unseren Markt. Warum? Weil es unter den Menschen mehr Kopien als Originale gibt und jeder so aussehen will, wie der andere.
Was hat das mit mir zu tun? Viel. Ich muss kein nervender Tierschützer sein, um irgendwas zu bewirken. Es reicht schon, mich hier und da mal für eine Lösung zu entscheiden, die keinem Lebewesen zuvor die Würde genommen hat. Und da meine Vorsätze vom letzten Jahr noch so gut wie unverbraucht sind, lasse ich die direkt so und versuche es diesmal nur mit dem einen.
Wie groß das Herz eines Menschen ist, erkennt man daran, wie er mit Tieren umgeht. Wir haben da noch Nachholbedarf. Satt wurde ich Weihnachten auch so. Der Adventskalender hatte doch 24 Türen, weilich aller einer Stunde Schokolade essen sollte, oder?
 

Autor: Sebastian Günther (Agent Twist)

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