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Liebe Gemeinde...

29. Juni 2017 image

Liebe Gemeinde...

Wir deutschen Männer können nicht tanzen. Wir können Autos bauen, Grillen und Weltkriege anfangen. Tanzen nicht. Und je schöner das Wetter wird, desto öfter sieht man das nun auch bei Tageslicht. Hüllt sich sonst der Schleier der Nacht um unsere Erscheinung, sehen wir nun wieder die ungeschönte Wahrheit.

Neulich war ich auf einem Festival. Am Nachmittag war es so wie Naddel an guten Tagen. Nur zur Hälfte voll. Vorteil: Man hat Platz. Nachteil: Man sieht die Leute tanzen. Nicht dass sie es tun, sondern wie sie es tun. Ich konnte nicht wegsehen und kam auf folgende Zusammenfassung. Es gibt im Grunde nur vier Typen von Tänzern:

DER VERWEIGERER:
Ein Großteil scheint zu wissen, wie dämlich er beim Tanzen aussieht und gibt auf, bevor er angefangen hat. Die Baseline kickt, dass in Südamerika der ganze Kontinent wackeln würde. Aber der zurückhaltende deutsche Mann steht so sinnlos rum wie ein Sendemast in Brandenburg. Er lauscht zwar der Musik, findet die auch gut, sagt das nur seinem Körper nicht.

DER EXTREMIST:
Das absolute Gegenteil. Er bewegt sich so impulsiv und auspowernd, das man beim Zusehen im Kopf schon wiederbelebende Maßnahmen aus dem Erste-Hilfe-Kurs durchgeht. Die Musik läuft noch auf halber Lautstärke und mäßigem Tempo, aber er rastet so dermaßen aus, als hätte er ein Leben lang im Rollstuhl gesessen und dürfte sich nun zum ersten Mal wieder bewegen. Er schreckt mit seiner Epilepsie-Imitation leider auch andere ab, auf die Tanzfläche zu kommen. Und verleitet sie stattdessen, sich der oben genannten Tanzgruppe „Sendemast“ anzuschließen. Ist die Tanzfläche schon voll, und so ein Hampelmann will zeigen, wie gut der Drogencocktail knallt, begibt man sich in akute Verletzungsgefahr. Kann einen schließlich auch mal am Kinn treffen, so ein ausladender Ellenbogen.

DER WIPPER:
Die meisten. Seicht passen sie sich dem Rhythmus an und bewegen sich hin und her. Rechtes Bein, linkes Bein. Nur nicht auffallen. Wenn wir einmal nicht grausam sind, denken wir gleich, wir sind gut. Sind wir aber nicht. Dieser Tanzstil ist so sexy wie ein Holzdübel. Aber wenigstens ungefährlich. Und für jedermann beherrschbar.

DER BETÄUBTE:
Er tanzt nicht zur Musik, sondern zu Alkohol. Anstandslos tritt er den anderen auf die Füße, schubst, schwankt, grölt. Für DJs sind sie der Endgegner. Ganz schwer wegzubekommen. Egal was du spielst, egal wie spät es ist. Die bleiben.

Ich bleibe nicht. Ich tanz ab und verabschiede mich in die Sommerpause.
Bis bald.

Autor: Sebastian Günther (Agent Twist)

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