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Liebe Gemeinde.

05. Januar 2017 image

Liebe Gemeinde.

Die ersten zwölf Monate des Jahres sind immer die schlimmsten. Hat man sie hinter sich, wird der Deutsche albern. So zu bemerken in der Zeit zwischen den Jahren. Plötzlich wird die kalte Seele warm und wir schleudern uns im Sekundentakt Wünsche um die Ohren. Frohes Fest, guten Rutsch, gesundes Neues. Ob wir unser Gegenüber kennen oder nicht, jeder bekommt eine Ladung ab. Wenn es nur so gemeint wäre...

Plötzlich wünscht mir die Bäckersfrau alles Gute im neuen Jahr. Und der Taxifahrer nur das Beste. So eine verlogene Scheiße. Als ich letztens zwanzig Minuten vor Feierabend einen Kaffee holen will, furzt mich die Bäckersfrau an: „Ich hab die Maschine schon geputzt.“ Und jetzt wünscht die mir alles Gute?! Von wegen. Nicht mal nen schlechten Kaffee wünscht die mir. Um nen guten zu bekommen, stolpere ich zu Starbucks. Sagt die Dame genervt: „Name bitte?“ Wozu will der Kaffee das denn wissen, frag ich mich.
 
Wer in Berlin mal in ein Taxi gestiegen ist, und dabei sein gewünschtes Fahrziel äußert, bekommt zu hören: „Kenn ick nich. Wo solln datte sein?“ Ja entschuldigen Sie bitte, dass ich so schlecht vorbereitet in Ihr Quiz-Taxi gestiegen bin. Fahren Sie mich doch einfach zum Bahnhof, dort nehm' ich mir dann ein Taxi.“ Typisch deutsch.
 
Oder wenn das Frühstücksbuffet im Hotel genau 10:01 Uhr komplett abgeräumt ist und du nur noch den Kellner von hinten in die Küche verschwinden siehst. Ist da gerade Feuerübung oder hat der in der Boxengasse auf dem Nürburgring seine Ausbildung gehabt? Typisch deutsch.
 
Wenn die Fleischersfrau hinter der Theke fragt: „Alles?“ Fehlt nur noch Subjekt und Prädikat und schon wäre es ein vollständiger Satz. Stattdessen: „Alles?“ Nein gnädige Frau. Bitte Dübel und Heißkleber noch. Und Weltfrieden. Kann direkt in die Tüte mit den Knackern. An der Kasse dann gelangweilt: „Sammeln Sie Treupunkte?“. Nein, aber Sie offenbar „Neins“ genervter Kunden.
 
Das ganze Jahr über besticht der deutsche Stümper sein Gegenüber mit tiefgefrorener Herzlichkeit. Und wir wundern uns nicht mal mehr darüber. Außer vielleicht mal kurz im Sommer. Wenn wir aus dem Auslands-Urlaub zurückkommen, zwei Wochen lang strahlende Gesichter und Gastfreundlichkeit erlebt haben. Wir beseelt und zufrieden zuhause an die Tanke fahren und angebrüllt werden: „Geheimzahl eingeben und zwei mal bestätigen“.
 
Warum wünschen wir uns denn in diesen Tagen alles Gute für das neue Jahr? Die meisten Leute machen das, weil die meisten Leute das machen. Es gehört eben dazu. Typisch deutsch. Aber ich kann darauf verzichten. Nutzen wir diese Worte nicht so ab und sagen Sie am besten nur, wenn wir sie wirklich so meinen. Effizient. Auch typisch deutsch.
 
Ein gutes neues Jahr wünsche ich Euch. Bleibt gesund und glücklich.
 
 
Sebastian / Agent Twist

Autor: Sebastian >>Agent Twist<<

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