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Liebe Tiere im Dschungel

07. Februar 2011 image

Liebe Tiere im Dschungel

Ihr müsst sehr verschreckt sein. Hat Deutschlands Ober-Boulevard-Schleuder einfach so ein paar komische Menschen zu euch geschickt. Die meisten von den schrillen Besuchern, brauchten wir hier in Deutschland zwar auch nicht wirklich, aber euch nun damit zu belasten, tat mir leid.

Vorher sagten sie, sie wollten nur ein bisschen Urlaub machen. Und da sie weder Geld für Urlaub, noch fürs zu hause bleiben hatten, sind sie halt zu euch gekommen. Und der Abendteuer-Trip bei euch Dschungeltieren gab den letzten Pleite-Promis unseres Landes die Chance, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Darunter habt vor allem ihr gelitten. Viele eurer Kakerlaken-Kollegen sind drauf gegangen. Einige wenige wurden gegessen, die meisten jedoch flüchteten freiwillig aus ihrem natürlichen Lebensraum. Denn lange Besuche verkürzen die Freundschaft. Und bei den Menschen-Exemplaren, die euch im Regenwald besucht haben, reichten ein paar Stunden...

So zum Beispiel dieses blonde Dingens. Glaubt mir, noch vor ein paar Wochen wusste ich auch nicht wer das ist. Kein Furz hätte mich von S. Dingens interessiert. Doch diese zappelige Ziege hat es tatsächlich geschafft, nicht nur euch Tiere aufzuwecken, sondern auch in ihrer Heimat Aufmerksamkeit zu bekommen. Etwa 10 Millionen verfolgten ihre Eskapaden im Dschungel. Das entspricht etwa jeden vierten Erwachsenen. Oder jeden zweiten Jugendlichen, oder jeden einzelnen Schwachsinnigen.

Doch das Spektakel mit S. Ghettofaust ging schneller vorüber, als es sich die meisten Fans in Deutschland wünschten. Sie war so unberechenbar, dass man sich nichtmal auf das Gegenteil von dem was sie sagt verlassen konnte.
Nicht etwa ihr Schlangen, Krebse oder Spinnen seid der Grund für ihr schnelles verschwinden gewesen. Nein. Es waren die von uns mitgesandten deutschen Aborigines. Wozu dann eigentlich noch im Dschungel drehen? Egal.

Gäste erzeugen nie soviel Glück, wie wenn sie sich verabschieden. So war sicher keines von euch Dschungeltieren böse, als Dingens weg war. Doch auch für die, die da blieben musste man sich schämen. Denn auch erträgliche Menschen werden bei längerem Besuch gänzlich unerträglich.
Aber wem sage ich das. Ihr wisst wovon ich spreche. Das was ihr Dschungeltiere tagelang in eurer Heimat erleben musstet, ließ manche Kakerlake freiwillig in den Rachen der Hartz-4-Promis springen. Immerhin war das wiederum deren einzige Chance auf dioxinfreie Ernährung dieser Tage.

Ihr armen Tiere. Nun kann ich mir vorstellen, wie es in der Zeit der Kolonialisierung auf unserem Planeten zugegangen sein muss. Barbaren erobern eine fremde Welt und bringen ihre unbrauchbaren Kulturen mit. Zuhause jubeln die Daheimgebliebenen. Frei nach dem Motto: Schön das ihr da seid. Und nicht hier.
Wenn das so weitergeht, ist eure Zeit gekommen, liebe Dschungeltiere. Denn diese Art der Belustigung vor einem Millionenpublikum scheint die Zukunft zu sein. Und selbst ich als stark zweifelnder RTL-Rivale fühlte mich glänzend unterhalten. Und das, obwohl uns der Sender sicherlich hervorragend an der Nase herumgeführt hat.
Geht das so weiter, ist die Frage: Haben wir eine Fernsehzukunft, die wir nicht brauchen, oder brauchen wir keine?
Fakt ist: Der Dschungel-TV-Quatsch drückt Sachen aus, über die lieber geschwiegen worden wäre. Aber darüber reden (oder schreiben) macht trotzdem Spaß.

Einen schönen Monat Februar allen.
Übrigens: Es ist schon wieder Fasching und die Leute nehmen mal wieder die Masken ab...

Euer Sebastian / Agent Twist
www.facebook.de/agent.twist

Autor: Sebastian/ Agent Twist

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