oder kostenlos bei uns mitmachen

Ratgeber & Service

image

Aufwind der Spielbanken in Deutschland - Kurzes Aufbäumen oder Trendwende?

Quelle: Pixabay

Spielbanken und Glücksspiel blicken auf eine lange Geschichte zurück. Glücksspiele wie Roulette, BlackJack oder Poker wurden nicht erst vor ein paar Jahren erfunden, sondern sind quer durch alle Gesellschaftsschichten seit hunderten Jahren beliebt und geschätzt. Während Casinospiele noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts ausschließlich den Reichen vorbehalten waren, ist es heute ein Massenphänomen.

Glanz und Glamour heute

Im Laufe des 20. Jahrhunderts schwächte sich die Beliebtheit der Spielhallen ab und erhielt einen Knick. Auf der Beliebtheitsskala verloren Poker, Roulette & Co. deutlich an Punkten und auch die Alternativen in den Spielhallen trafen nicht immer den Geschmack der breiten Massen. Als das Glücksspiel mit der Verbreitung des Internet plötzlich für jeden zugänglich war, ist es wieder deutlich gesellschaftsfähiger geworden und konnte plötzlich die Massen wieder erreichen. Der Online-Pokerboom vor einigen Jahren erfasste Millionen von Menschen und die klassischen Spielbanken bangten um ihre Kunden.

Anfang der Jahrtausendwende befanden sich die stationären Casinos in einer Talfahrt, die 17 Jahre andauerte. Lizenzierte Casino Webseiten in Deutschland erreichten bereits 2009 annähernd das Umsatzniveau ihrer stationären Konkurrenz und der Trend schien nicht aufzuhalten, wie Daten von Statista eindrucksvoll zeigen.

Aber im Jahr 2015 kam nach 17-jähiger Talfahrt wieder die Wende, denn nach aktuellen Angaben der Glücksspielaufsichtsbehören erzielten staatlich konzessionierte Spielbanken erstmals einen Bruttospielertrag (BSE) in Höhe von 557 Millionen Euro in Deutschland, was einem Plus in Höhe von 9% zum Vorjahr entsprach, wie der Generalanzeiger Bonn Ende 2016 berichtete.

Begründung einer Trendwende?


Spielbank in Bad Ems - Quelle: Pixabay

Obwohl die Online-Konkurrenz so stark war wie nie zuvor, schienen die Deutschen wieder mehr zu vertrauten Wurzeln zurückkehren zu wollen und haben honoriert, was die Spielbanken in den Krisenjahren zuvor aufgebaut hatten. Denn zunehmend wurde auf den Erlebnis- und Freizeitwert gesetzt, statt nur stur den Umfang an Spielen in die Breite zu ziehen.

Allerdings darf man in diesem Zusammenhang auch nicht vergessen, dass auch die digitale Konkurrenz ständig weiter wächst. So zeigt das Handelsblatt in seiner Trendanalyse, dass sowohl kurz-, als auch mittel- und langfristig Online Casino- und Sportwetten-Angebote weiter wachsen werden, während für die regulierten, stationären Casino-Marktsegmente lediglich kurz- und mittelfristig ein Wachstum im Bruttospielertrag zu verzeichnen sein wird. Allerdings wird für Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten eine positive Entwicklung erwartet.

Dies ist insofern interessant, als dass im Jahr 2012 die FAZ den Spielbanken bereits das Ende prophezeite. 2016 setzte sich der bisherige Umsatztrend fort und Spielbanken konnten mit weniger Besuchern ein Umsatzplus von 3,7% im Vergleich zu 2015 erzielen, wie onvista berichtete. Allerdings zeichnet sich mit dem Besucherrückgang bereits ab, dass eine echte Trendwende nicht einzutreten scheint.

Zukunftsaussichten - spielt der Deutsche 2020 online oder in der Spielbank?

Vergleicht man die Zuwächse im stationären Glückspiel mit den Zuwächsen im Online-Glücksspiel, stellt man schnell fest, welch gravierende Diskrepanz herrscht. So stieg die Zahl der verfügbaren Glücksspielautomaten im Internet von 2012 bis 2014 um 46%. Dabei entwickeln sich auch Gewinne und Umsätze stetig positiv, sodass dem Online-Glücksspielmarkt zweifelsfrei eine positive Zukunft vorausgesagt werden kann.

Bedenkt man nun noch, dass sich durch die Weiterentwicklungen im Bereich der Virtual Reality Anwendungen weitere interessante Aspekte im Online-Glücksspiel erschließen lassen (Stichwort Live-Dealer Spiele sowie Virtual Reality Spielautomaten und Casinos), ist davon auszugehen, dass auch hinsichtlich Attraktivität der Onlineangebote noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Im Gegenteil: Die Atmosphäre und der Erlebnisfaktor werden im Onlinebereich noch deutlich an Fahrt aufnehmen, denn je massentauglicher VR-Brillen und immer bessere Hardware im PC-, Konsolen- und Smartphone-Bereich werden, umso qualitativ hochwertiger werden auch die Spieleangebote werden.

Entwickler wie Microgaming arbeiten bereits seit Jahren an der Weiterentwicklung virtueller Spiele, Spielhallen und Erlebnisse für die Onlinespieler, die auch soziale Aspekte des gemeinsamen Spiels mit einfließen lassen. Es ist daher zu erwarten, dass die vermeintliche Trendwende eher wahrscheinlich als ein letztes Aufbäumen gegen die schier übermächtige Online-Konkurrenz gewesen sein könnte. Ein letzter Kraftakt der traditionellen Spielhallen gegen eine Konkurrenz, die immer und überall verfügbar ist und mit fortschreitender Zeit an Attraktivität nur noch gewinnen kann. Dies sieht im stationären Bereich ganz anders aus.

So ist es durchaus denkbar, dass schon in einigen Jahren keine Casino- oder Pokernächte mehr in unserem Eventkalender mehr zu finden sein werden, weil für derartige Events niemand mehr das Haus verlassen muss.

News von: Jakob Baumgärtel, 25.10.2017

CITY-TIPPS

  • location_flyer

    Macao

    Brückstraße 11
    Dortmund
  • location_flyer

    Subrosa

    Gneisenaustrasse 56
    Dortmund
  • location_flyer

    Chuzo

    Kleine Beurhausstraße 26
    Dortmund