Wie habt ihr zwei euch eigentlich kennengelernt und wie ist die Idee entstanden, etwas Eigenes zu machen?
Daniel: Die Idee ist eigentlich auf unserem gemeinsamen Sofa entstanden, als wir noch zusammen in einer WG gewohnt haben. Ich war damals im Außendienst tätig und habe schon immer mit einem Auge auf etwas Eigenes geschielt und mit dem Kamin haben wir dann die perfekte Location gefunden. Kennengelernt haben wir uns in der 5. Klasse, das ist also schon ein bisschen her. Ich glaube 18 Jahre dürften das jetzt sein.
Aus welchem Bereich kommt ihr denn und habt ihr schon Erfahrungen im gastronomischen Bereich gesammelt?
Thomas: Ich habe mit der Gastronomie vorher relativ wenige Berührungspunkte gehabt, höchstens auf der anderen Seite der Theke (lacht). Ich war zuletzt im Außendienst von einem großen Automobildienstleister für Süddeutschland tätig und für mich stand das Thema Selbstständigkeit immer im Vordergrund, nur die Branche war mir noch nicht klar.
Daniel: Ich bin eigentlich schon seit 2003 in der Gastronomie tätig, zunächst für Bacardi, als Promotionmanager für Southern Comfort. Dann habe ich drei Jahre das Codex in Mainz als Betriebsleiter geführt. Anschließend bin ich ein Jahr auf Weltreise gegangen und wollte mir erst mal andere Gaststätten angucken (lacht). Als ich dann wieder nach Deutschland gekommen bin, habe ich für Red Bull Rheinland-Pfalz und Hessen betreut und bin somit in der Gastronomieszene hängen geblieben, obwohl ich gelernter Bänker bin.
Ihr kommt beide aus Wiesbaden, wieso habt ihr euch für Mainz entschieden?
Thomas: Der Standort Mainz stand für uns eigentlich von Anfang an fest, weil wir selbst schon 12 Jahre im Nachtleben unterwegs sind und Wiesbaden als schönes, aber sehr schwieriges Pflaster kennengelernt haben, gerade was die Gastronomie angeht. Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen, und mal ist das eine und mal das andere ein Trend. Hinzu kommt natürlich, dass die Kosten für Miete etc. nochmal in einer ganz anderen Liga spielen. Mainz ist einfach mit der Uni und der FH die jüngere und dynamischere Stadt und deshalb von Anfang an für uns als Standort klar gewesen.
Ihr habt eine tolle Auswahl an Flammkuchen im Kamin. Wie seid ihr auf die Idee gekommen und was sind eure persönlichen Favoriten?
Daniel: Ich glaube wir sind durch Ausprobieren darauf gekommen. Wir haben verschiedene Sachen kreiert und dann zusammen mit unserem Personal entschieden, was wir machen können und was nicht. Mein Favorit ist „Der Scharfe“ mit thailändischen Chili, Zwiebeln und Salami, weil ich gerne scharf esse.
Thomas: Mein Favorit ist „Der aus Parma“ mit, wie der Name schon sagt, Parmaschinken, frischem Ruccola, Parmesan und Tomaten. Der Grund für die Flammkuchen ist eigentlich, dass wir auf jeden Fall etwas Frisches machen wollten. Nichts Tiefgefrorenes und keine Convenience Produkte. Mit den Flammkuchen können wir genau das gewährleisten, da wir jeden Tag vom Bauern frisch beliefert werden und somit frische Produkte aus der Region verwenden. Außerdem war es eine Nische in Mainz, die wir gesucht haben und, wie das erste Jahr zeigt, auch ganz gut besetzt haben. Wir hoffen natürlich, dass das so weiter geht und sich die Flammkuchen in Mainz noch weiter durchsetzen.
An Fastnacht wart ihr rund im die Uhr im Einsatz. Wie würdet ihr die Fastnachtstage aus der Sicht eines Gastronomen beschreiben?
Daniel: Stressig! Mann kann es eigentlich nicht anders sagen. Es ist die 5. Jahreszeit hier in Mainz und da erlebt man natürlich einiges. Wir haben auch dieses Jahr wieder viele Dinge dazugelernt, aber natürlich beansprucht es einen schon.
Daniel, du hattest Ende letzten Jahres die Möglichkeit, TV-Erfahrung zu sammeln. Worum ging es da?
Daniel: Ja, das stimmt. Es ging darum, in einer unbekannten Stadt, bzw. eher Ort, eine alte traditionelle Gaststätte mit einem neuen Konzept erfolgreich wiederzueröffnen. Das ganze lief im Rahmen der Sendung „Wer wird Wirt“ auf Kabel 1. Ich habe das mit meiner Freundin durchgezogen und wir haben das Ding dann auch gewonnen. Wir waren daraufhin drei Monate dort und haben sehr erfolgreich eine neue Gaststätte aufgezogen, mit dem gleichen Konzept wie dem Kamin. Man muss aber sagen, dass es eben nur ein 7000 Seelen Dorf war und meine gastronomische Heimat einfach der Kamin ist.
Aufgrund unüberbrückbarerer Differenzen zwischen der Fifa und dem südafrikanischen Organisationskomitee kann die Fußball WM nicht wie geplant stattfinden. Als Ersatzstandort wird Deutschland ausgewählt! Was tut der Kamin, um die Jury von Mainz als Austragungsort zu überzeugen?
(beide lachen) Thomas: Wir werden auf jeden Fall zu jedem Spiel die passenden Flammkuchen für jede Mannschaft anbieten. Das wäre dann bei der Partie Argentinien gegen die Elfenbeinküste zum Beispiel „der Argentinische“ mit Rindfleisch und für die Elfenbeinküste vielleicht einer mit Gnu?
Wir werden also unsere Speise- und Getränkekarte auf die jeweilige Nation abstimmen und gerne Fans aus aller Herren Länder hier bei uns begrüßen. Zur Not werden wir auch den ein oder anderen bei uns zu Hause privat unterbringen (lacht). Und wenn jemand noch Geld braucht, kann er uns gerne zu Hoch-Zeiten während der WM in der Küche beim Spülen oder hinter der Bar etwas unterstützen.
Ich habe euch mitten beim Streichen erwischt, wie kommt es dazu?
Daniel: Ja, das waren noch die Reste von Fastnacht. Zum Teil war das Erdbeerlimes und zum Teil Jägermeister an den Wänden, weil hier natürlich kräftig gefeiert wurde. Damit der Kamin wieder in vollem Glanz erstrahlt, haben wir jetzt alles nochmal gestrichen.
Thomas: Wir renovieren hier regelmäßig und gestalten Dinge um, damit unsere Gäste sehen, dass wir uns stetig verändern und auch auf Wünsche eingehen. Das spiegelt sich sowohl in der Karte, als auch im Erscheinungsbild des Kamins wieder.
Ihr hattet im Januar Jubiläum. Wie schaut ihr in die Zukunft?
Thomas: Das ist richtig, wir hatten am 30.01. unser einjähriges Jubiläum und haben das auch mit Familien, Freunden, Stammgästen und sämtlichen Mitarbeitern ausgiebig gefeiert. Wir ziehen für das erste Jahr ein sehr positives Resümee und blicken auch genauso positiv in die Zukunft. Wir hoffen, dass wir mit unserem Service und der frischen und guten Qualität noch mehr Stammgäste hinzugewinnen können und dass wir so noch sehr lange die Mainzer Gastronomieszene mit unseren Flammkuchen bereichern dürfen!
Vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Thomas Hotschicke.