Die Formation selbst feierte erste Erfolge im Vorprogramm der Rolling Stones – oft unterstützt und gefordert von Mick Jagger. Zudem waren „Living Colour“ ein Teil der „Black Rock Coalition“, einem Zusammenschluss schwarzer Musiker aus dem Bereich der Rockmusik, und äußerten auf diesem Weg und auf ihren Platten politische Statements im Hinblick auf den Status der Schwarzen in der Geschichte der Rockmusik. Aber an dem Abend im domicil stand die Politik sicherlich nicht im Vordergrund – sondern einzig und allein die enorme musikalische Perfektion jedes einzelnen Musikers. In der Besetzung Gesang Corey Glover, Bass Doug Wimbish, Gitarre & Programmierung Vernon Reid und Schlagzeug Will Calhoun zauberte jeder für sich das bestmögliche aus den Instrumenten und man war sofort und durchgehend in den Bann gezogen – auch wenn die Freude und gleichzeitige entspannte, ausgelassene Stimmung auf der Bühne zu spüren war. Und auch die etwa 450 Besucher strahlten die gleiche entspannte Sonntagsstimmung aus, die dennoch weit vor dem Konzert erwartungsfreudig auf die vier Jungs aus den USA gespannt waren – die nach langer Zeit mal wieder in Dortmund auf der Bühne standen. Den Rahmen für das Konzert bot die aktuelle Tour der 1984 in New York gegründeten Band mit Kultstatus. Fantastisch komplexer Rock, perfekt aufeinander abgestimmt Musiker und Freunde, die auf höchstem spielerischen Niveau rockten. Teilweise sehr verspielt und mit einem 15 Minuten Drum-Solo sicherlich die Grenze erreichend, merkte man sehr wohl, dass sich die Band in Dortmund wohl fühlten – was die Spielfreude eindeutig unterstrich. „Everything that goes around comes around“ schallte es von der Bühne und der Kommentar „It´s just one big Party“ wurde zum Motto des Abends. Hundegebell vom Band und technische Spielereien überdeckten die eine oder andere technische Panne zur Hälfte des Sets, was aber den Fans eher ein Grinsen aufs Gesicht zauberte. Vielmehr begeisterte Bassist Doug Wimbish, als er minutenlang im Publikum stehend spielte und zauberte. Nachdem sich die Band Mitte der 90er Jahre auflöste und 2002 wieder vereinigt wurde war dieses sicherlich eines der eindrucksvollsten Konzerte im domicil – alleine weil die Musikfarbe Rock/ Crossover eher nicht mit der Jazz-Institution verbunden wird. „Das domicil rockte“ und es gab vermehrt Stimmen, die sich diese Musik öfter im alten Kinosaal wünschten. Bleibt abzuwarten, ob dieser Gedanke aufgegriffen wird. Auf jeden Fall darf sich jeder auf das kommende Jubiläumsjahr 2009 freuen. Didi













