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Monsters - Sie lassen uns einfach nicht in Ruhe

08. Dezember 2010image

Monsters - Sie lassen uns einfach nicht in Ruhe

Aliens sind gelandet – und das schon vor sechs Jahren. Wem es noch immer ungewöhnlich vorkommt, dass man das Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko weiträumig abschirmt, der hat wohl verschlafen was passiert ist: tintenfischartige Außerirdische sind unter uns und sind so groß, dass nur noch die Armee mit Hubschraubern und Kampfjets helfen kann. Andrew ist Fotograf und wird für einen Schuss dieser Kreaturen gut entlohnt. Doch sein Verleger beauftragt ihn dieses Mal zu etwas ganz anderem: seine Tochter Samantha ist in Mexiko und soll zurück nach Hause zur Familie und ihrem Verlobtem gebracht werden. Aber als Andrew und sie die letzte Fähre verpassen, sind sie gezwungen den Landweg zu nehmen – mitten durch die »infizierte Zone«.

»Dieses Jahr landen sie aber ganz schön oft bei uns!« – Das stimmt. Selten gab es ein Jahr, in dem sich der Science-Fiction liebende Kinobesucher so oft mit Besuchern aus dem All befassen
musste. Nach dem Überraschungserfolg »District 9« kommt jetzt mit »Monsters« eine weitere Low-Budget-Perle in unsere Flimmerkammern. Doch damit nicht genug, läuft kurz vor Weihnachten noch »Skyline« an. Dieser erinnert jedoch eher an »Independence Day« (von dem gerade zwei Fortsetzungen in Planung sind) und schreckt nicht davor zurück Story und Charaktere klein zu halten, um dafür umso mehr gewaltige Special Effects zu zeigen. Dass das nicht nur langweilig ist, sondern mittlerweile keine Millionen Dollar verschlingen muss, beweist »Monsters«. Dort entstanden die Aliens am PC im Schlafzimmer des Regisseurs, der nebenbei noch für die Visual Effects verantwortlich war. Vergleicht man beide Filme, ist es ein Kampf David gegen Goliath. Der Kleine gewinnt  gegen den Großen, da er sich auf Handlung und Figuren konzentrieren muss, denn er kann sich nicht so viele Effekte leisten – sonst würde der arme
Regisseur wohl noch immer in seinem Schlafzimmer hocken und Alien-Tentakel animieren.

Es ist eine einfache Liebesgeschichte, die den Film spannend macht. Samantha ist verlobt, aber nicht ohne Grund von zu Hause weggelaufen, und Andrew ist geschieden. Gemeinsam reisen sie durch das Gebiet der Aliens und da ihre Pässe gestohlen wurden, müssen sie illegal in die USA einwandern. Das gibt dem Film zusätzlich eine politische Dimension, die soweit geht, dass Gespräche mexikanischer Soldaten über Aliens Zweifel darüber aufkommen lassen, ob wirklich Aliens oder reale Grenzsoldaten gemeint sind. Aus der Masse der Science-Fiction-Filme des Jahres sticht »Monsters « aber durch die faszinierende Chemie zwischen Andrew und Samantha, die im privaten Leben sogar verheiratet sind, heraus. »Skyline«, »District 9« und »Monsters« zeigen, wie unterschiedlich – und unterschiedlich gut – das Thema verfilmt werden kann. Ich freue mich schon, wenn sie bald wieder bei uns landen.

»Monsters«
Start: 09.12.2010
Länge: 94 Minuten
Regie: Gareth Edwards
Darsteller: Whitney Able, Scoot McNairy

Autor: Michael Geithner

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